Reisetipps
Auf dieser Seite habe ich einige Tipps zusammengefasst, die Ihnen vielleicht von Nutzen sein können. Wenn Sie weitere Infos besitzen, die hier fehlen, dann her damit!
Reisezeit
Beste Reisezeit ist die Kirschblütenzeit im April und die Herbstfarbenzeit im Oktober. Von Mai bis Juli gibt es viel Regen, und es ist sehr schwühl. Vermeiden Sie auf jeden Fall die folgenden Zeiträume, da es Hauptferienzeiten der Japaner sind: Die erste Januarwoche, letzte Woche im April / erste Woche im Mai (Goldene Woche) und Ende Juli bis Anfang August.
Der Japan Rail Pass (JRP)
Die JR (Japan Rail) Company ist Japans größter Nah- und Fernverkehrskonzern, erkennbar an der grünen oder blauen JR-Aufschrift. Die Fremdenverkehrszentralen im Ausland bieten den JRP nur für Nicht-Japaner an. Er erlaubt es, (fast) alle JR-Linien (Zug, Bus und Boot) zu benutzen. Davon ausgenommen sind die beiden größten Shinkansen (z.B. der Nozomi), einige wenige Stadt-Buslinien und die JR-Taxen. Dafür kann man mit den kleineren Shinkansen kostenlos quer durch Japan fahren, was für Rucksacktouristen sehr günstig werden kann (Platzreservierungen im Shinkansen sind ebenfalls kostenlos, und dringend angeraten).
Die Fährverbindung Miyajima - Miyajimaguchi ist ebenfalls im JRP enthalten. Wer allerdings nicht viel reisen möchte, sondern vornehmlich in einem Gebiet bleibt, sollte sich vorher genauer informieren, ob der Pass dann noch lohnt. Er ist in drei Versionen erhältlich: Für 1, 2 oder 3 Wochen. Außerdem gibt es noch die "grüne" Version, die das Fahren in der 1. Klasse erlaubt. Die ist aber meines Erachtens grundsätzlich nicht nötig, da die zweite Klasse in Japan in etwa unserer ersten entspricht.
Wichtig: In Tokyo gibt es mehrere S-Bahn-Netzte, die nur teilweise zu JR gehören, die Subway ist grundsätzlich nicht Teil des JR Netzes.
Interessant ist, daß ich bei 3 Wochen Japanaufenthalt nur ein einziges mal erlebt hatte, daß Zug Verspätung hatte, weil die Gleise überflutet waren (es war "Rainy Season"). Ansonsten sind die Züge in Japan auf die Minute pünktlich. Auf den Bahnsteigen sind Markierungen, wo man warten soll. Die Züge halten so, daß die Türen exakt bei den Markierungen stehen bleiben. Daran könnte sich die Deutsche Bahn mal ein Beispiel nehmen.
-- Tipp vom 21.06.2001, Patrick
Wie man mit dem Bus fährt
Wer keinen Japan Rail Pass hat, oder mit einem Bus fahren will, der nicht zu JR gehört, der muß zahlen, allerdings ist das System von unserem gänzlich verschieden und bedarf einiger Erläuterung: Man steigt im Japanischen Bus hinten ein, und vorne (also beim Fahrer) aus. Neben dem Eingang befindet sich im Bus meist eine Nummernmaschine, aus der ein Zettelchen mit aufgedruckter Nummer kommt. Jeder sollte sich eine solche Nummer ziehen.
Über dem Fahrersitz befindet sich meist eine Tafel, auf der die Nummern stehen, und dazu der aktuelle Preis, der sich alle 2 oder 3 Stationen erhöht. Wenn man sein Ziel erreicht, sucht man auf der Tafel nach der Nummer, die auch auf dem Zettel steht, und sucht sich das entsprechende Kleingeld zusammen. Das Geld wird beim Verlassen des Busses zusammen mit dem Zettel einfach auf ein kleines Förderband beim Fahrer gelegt. Deshalb ist es wichtig, das Geld passend parat zu haben. Wer kein Kleingeld hat, kann im Bus 1000 Yen-Scheine kleinmachen (Da ist im Allgemeinen auch ein Wechselautomat).
Obwohl das ganze automatisiert abläuft (Schein rein, Kleingeld raus), helfen die Busfahrer gerne uns unwissenden Gaijin aus. Wer nicht weiß, was er zahlen muß, kann auch einfach dem Busfahrer eine Handvoll Kleingeld hinhalten, er sucht dann schon das passende raus.
Manchmal, so zum Beispiel in Kyoto, gibt es auch Busse ohne Nummernzettel. Hier muß im gesamten Stadtgebiet ein fester Preis gezahlt werden, unabhängig von der Distanz. Wer in Kyoto einen Bus mit Nummernautomat erwischt, sollte gleich wieder aussteigen, denn diese Busse fahren aus dem Stadtgebiet raus, und sind gleich teurer (es sei denn, man will raus)...
Wer viel unterwegs ist, sollte sich eine Tageskarte besorgen, denn 3 mal normal Busfahren (je 250 Yen) ist in Kyoto teurer, als eine Tageskarte (500 Yen). Solche Daytickets gibt es in den Jugendherbergen und im Hauptbahnhof.
Übrigens: Wenn ein Bus kommt und man bleibt an der Bushaltestelle sitzen, kann es passieren, daß der Bus einfach vorbei fährt, wenn dort niemand aussteigen will. Mann sollte also aufstehen und an die Straße treten, um dem Busfahrer zu signalisieren, daß man mitfahren will (winken ist aber nicht nötig und wird wahrscheinlich auch als unhöflich angesehen).
-- Tipp vom 21.06.2001, Patrick
Platzreservierung im Zug
Falls Sie mit dem Shinkansen fahren (auch Bullet Train genannt), denken Sie daran, vorher Plätze zu reservieren. Eine gute Idee ist es, das Reiseziel aufzuschreiben, damit es keine Missverständnisse gibt. Kaufen Sie sich auf dem Bahnsteig noch eine Schachtel O-bentô (eine fertige Mahlzeit). Viele Japaner verspeisen ihr O-bentô im Zug, ein schmackhafter Zeitvertreib, denn auf vielen Strecken gibt es vor lauter Tunneln nicht so viel Landschaft zu sehen.
Tickets kaufen
Zwar sind in den grossen Städten und Bahnhöfen die Ziele neben Japanisch auch meist in Lateinischen Buchstaben aufgeführt, aber der Ticket-Kauf ist dennoch nicht so einfach.
Sofern Sie einen Japan Rail Pass erworben haben und Bahnlinien der JR (Japan Rail) benutzen, brauchen Sie nichts weiter zu tun als den Bahn-Beamten den Pass zu zeigen, Sie dürfen dann passieren.
Wenn Sie andere (private) Linien benutzen, müssen Sie Tickets, meist an Automaten, kaufen. Sofern Sie nicht genau wissen, welchen Preis Sie bezahlen müssen, kaufen Sie einfach das billigste Ticket. Am Zielort gehen Sie dann zu einem Bahn-Schalter und bezahlen die verbliebene Summe, das ist durchaus üblich.
Kreditkarten
Erwarten Sie nicht zuviel von Ihrer Kreditkarte. Japan ist immer noch ein Bargeld-Land. Ich habe einmal versucht, in einem grossen Buchladen in Tôkyô meine Bücher mit Visa zu bezahlen. Auf meine Frage, ob das möglich sei, nickte die Verkäuferin, um gleich darauf zwei ihrer Kolleginnen zu fragen, wie man denn die Kreditkarte benutzt. Zu dritt versuchten sie dann, die Rechnung abzubuchen. In einem Ryokan in Ise versuchte sich eine ältere Japanerin vergeblich mit der Karte ab, um mir lächelnd das Rechnung in cash abzunehmen, was ein Riesenloch in unsere Urlaubskasse riss...
Adressen auf Japanisch
Wenn möglich sollten Sie die Adressen Ihrer Unterkünfte auf Englisch und Japanisch parat haben. Gerade Taxifahrer können mit oft mit von einem Ausländer gesprochenen Ortsnamen nichts anfangen. Sie kommen eher zum Ziel, wenn Sie den Namen schwarz auf weiss vorzeigen können. Gleiches gilt auch für Strassenkarten oder Stadtpläne.
Infos beim TIC
Für eine gute Idee halte ich es, als erstes, nachdem Sie in eine neue Stadt gekommen sind, zum TIC (Tourist Information Center) zugehen, das in allen grösseren Städten vorhanden ist. Ihr Reiseführer sollte da Auskunft geben. Beim TIC bekommen Sie Brochüren über aktuelle Veranstaltungen, Stadtpläne und Practical Guides. Letztere sind Faltblätter der JNTO (Japan National Tourist Organization, die zum Beispiel interessante Wanderungen in Städten empfehlen.
Treppen und Bahnhöfe
Seien Sie darauf gefasst, dass die meisten Bahnhöfe und U-Bahn-Stationen keine Aufzüge oder Rolltreppen haben. Als Rucksacktouristen hatten wir damit oft zu kämpfen.
Billige Taxen
In Japan bezahlen Sie für die ersten paar Kilometer oder auch Fahrminuten einen günstigen Festpreis, der von Stadt zu Stadt unterschiedlich aber billig ist. Daher lohnt es sich manchmal eher, schnell ein Taxi zu rufen, als eine Bahn- oder Busstation zu finden. Übrigens: Freie Taxen erkennen Sie am roten Schild. Grüne Schilder kennzeichnen ein besetztes Taxi.
Air condition
Erwarten Sie nicht, dass die Air condition in Bussen und Bahnen funktioniert. Schon im April sind wir oft in einen heissen Bus gestiegen und schwitzen vor uns hin. Japaner tragen es mit Fassung und wedeln sich entweder mit einem Fächer Luft zu, oder wischen sich mit bunten Stofftüchern den Schweiz aus dem Gesicht. Sie sollten sich auch ein solches Stofftuch zulegen. Dies kann auch der Handtuchersatz auf einer Toilette sein, nachdem Sie Ihre Hände gewaschen haben.
Bargeld ziehen
Wo wir gerade beim Thema Geld sind: Decken Sie sich rechtzeitig mit Bargeld ein, welches Sie bei den Banken besorgen. Ihre Kreditkarte wird sehr wahrscheinlich in japanischen Geldautomaten (ATMs) nicht funktionieren. Wir haben die Banköffnungszeiten in Nagasaki verpasst und standen am Wochenende mit leeren Taschen da. Hotels lösen Reiseschecks nicht ein, aber zum Glück hatten wir noch einen 100 Mark-Schein als Reserve mit, den wir erfolgreich in einem Hotel eintauschen konnten.
Vending Machines
Automaten für Getränken und andere Leckereien (Vending Machines) finden Sie selbst in kleinen Städten fast an jeder Ecke. Probieren Sie vor allem die verschiedenen kalten und heissen Teesorten. Wundern Sie sich dann aber nicht, wenn Sie keinen Abfalleimer finden. Diese sind im Gegensatz zu den Vending Machines äusserst rar.
Yukata
Einen Bademantel werden Sie in Japan nicht benötigen. Jede Unterkunft hält einen leichten Baumwoll-Kimono (Yukata) für Sie bereit, den Sie überall in der Unterkunft und vor allem vor und nach dem Bad tragen können. Dabei gilt: Eine Grösse für alle. Allerdings hatte ich in einem etwas besseren Hotel in Kumamoto das Glück, einen extragrossen Yukata für Gaijins (Ausländer) zu bekommen, bei dem die Ärmel fast bis zu den Händen reichten!
Taschentücher und Toilettenpapier
Tragen Sie immer Taschentücher und vielleicht auch Toilettenpapier mit sich. Viele Toiletten in Japan haben kein Papier vorrätig. Vermeiden Sie andererseits Naseputzen auf offener Strasse, das gilt als unhöflich. Suchen Sie sich lieber eine ruhige Ecke zum schneuzen.
Kleine Anmerkung: Falls Sie mal Ihre Taschentücher vergesser haben, halten Sie Ausschau nach jungen Japanern, die etwas an Fussgänger verteilen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit verschenken sie Tempo-Pakete mit aufgedruckter Werbung.
Trinkgeld
In Japan ist es nicht üblich, Trinkgeld zu geben. Auch wenn Sie dabei ein komisches Gefühl haben, halten Sie sich zurück! Japaner reagieren verwirrt, wenn Sie versuchen, Trinkgeld loszuwerden. Wenn Sie sich erkenntlich zeigen wollen, geben Sie besser ein kleines Geschenk. Bieten Sie es mehrmals an, Japaner werden aus Höflichkeit zunächst ablehnen.
Müll in Japan
Wer eine Landstraße entlang wandert wird feststellen, daß sie mit Müll übersäht sind. Der Auto fahrende Japaner wirft seinen Müll gerne einfach aus dem Fenster.
In der Stadt wird aber peinlich genau auf Sauberkeit geachtet. In japanischen Städten gibt es kaum Bänke, und noch weniger Mülleimer, obwohl die Japaner Meister im Müll produzieren sind (für jede eingekaufte Kleinigkeit, zum Beispiel in kleine PET-Flasche Tee, erhält man eine Plastiktüte). Hier wird erwartet, daß man seinen Müll mit nach Hause nimmt, und ihn dort entsorgt.
-- Tipp vom 21.06.2001, Patrick
Urlaubs-Japanisch
Versuchen Sie, ein paar Worte Japanisch zu lernen, das kommt immer gut an. Allerdings können dann zwei unterschiedliche Reaktionen auftreten. Entweder sind die angesprochenen Japaner so erfreut über Ihre Brocken Japanisch, dass sie in einem Schwall antworten, den Sie wahrscheinlich nicht verstehen; oder Sie ignorieren komplett Ihr Japanisch und antworten auf Englisch (beides erlebt).
Flughafen-Gebühr in Osaka Kansai Airport
Bevor Sie ins Flugzeug steigen und Ihren Rückflug antreten können, müssen Sie eine Flughafen-Gebühr bezahlen, etwa 2200 Yen. Bezahlt wird an einem Automaten vor Eintritt in den gesperrten Abflug-Bereich. Geben Sie also nicht Ihre letzten Yen aus. Wenn Sie doch ohne Kleingeld vor dem Automaten stehen, wie wir in Osaka, halten Sie Ausschau nach einem Automaten, der Kreditkarten akzeptiert! Im Kansai Airport in Osaka gibt es einen solchen Automaten rechts vom Eingang des gesperrten Bereichs.
